Konflikte lösungsorientiert zu gestalten ist schon herausfordernd genug. Dabei kannst du es dir aber noch schwerer machen, indem du eine oder mehrere Verhaltensweisen an den Tag legst, die „man so sagt“, die aber in Konflikten zur Eskalation führen können. Welche das sind? Darum geht es in dieser 10 minütigen Podcastepisode.
Eine Betriebsanleitung für Mitmenschen klingt zunächst technisch und distanziert, ist aber genau das Gegenteil.
Worum geht es?
Für alle technischen Geräte gibt es Bedienungsanleitungen, damit wir sie optimal bedienen können und sie keinen Schaden nehmen. Für unsere Mitmenschen leider nicht. Das macht die Kommunikation untereinander viel schwieriger und gerade bei Konflikten herausfordernd. Einer Person kann ich zum Beispiel meine Kritik direkt sagen und muss nicht befürchten, dass sie es persönlich nimmt. Bei einer anderen Person würde eine solche Kritik sofort eskalieren und in Vorwürfen oder gar Beleidigungen enden.
An dieser Stelle bietet sich eine sehr spannende Teamübung an.
Nehmt euch in einer Teamsitzung 30 Minuten Zeit.
Die Aufgabe ist einfach. Jede/r schreibt eine Betriebsanleitung für sich selbst.
Folgende Punkte können für eine Betriebsanleitung interessant sein:
Fehlerbehebung: Wie möchte ich kritisiert werden?
Wartungsmodus: Was können andere tun, damit es mir gut geht?
Turbo / Boost: Was können andere tun, um mich zu motivieren?
Verbindung herstellen: Welche Art der Kommunikation ist für mich wertvoll? Wie möchte ich Dinge besprechen? Was kann mein Gegenüber tun, damit ich mich in unserer Kommunikation wohl fühle?
Nehmt euch bis zu 15 Minuten Zeit und schreibt eure Gedanken zu den Punkten auf. Stellt euch dann zu zweit eure Betriebsanweisungen gegenseitig vor. Zum Schluss stellt ihr euch im Team gegenseitig eure Betriebsanleitungen vor. Wichtig: Auch wenn „vieles schon gesagt wurde“, ist es in diesem Fall wichtig, von allen Teammitgliedern zu hören, wie sie persönlich behandelt werden möchten.
Zum Schluss könnt ihr die einzelnen Seiten „schön“ gestalten und z.B. mit einem Foto in ein Teambuch heften.
Der Vorteil: Auch neue Mitarbeitende bekommen schnell Orientierung, wie sie am besten mit einzelnen Teammitgliedern in Kontakt kommen können. Selbstverständlich sollten auch neue Mitarbeitende ihre eigene Betriebsanleitung erstellen und im Team kurz vorstellen.
Das Ganze soll Spaß machen und ein tieferes Kennenlernen ermöglichen.
Letztlich kann diese Übung euch helfen, euch künftig rücksichtsvoller zu kritisieren und mit eurer Kritik, die maximale Wirkung er erreichen.
Bedenke dabei immer: Kritik soll das Miteinander wieder schöner machen. Kritik ist also etwas durchweg positives.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Herzlichen Grüße
Hergen
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Und hier kannst du die Podcastfolge mit Video sehen
Für viel mehr praktische Ideen im Umgang mit Konflikten empfehle ich dir meine Weiterbildung „Konfliktlöser:in / Mentor:in für Konfliktmanagement“. Die Weiterbildung findest du hier: Zur Weiterbildung
In dieser Folge zeige ich dir drei meiner Lieblingsübungen zur Selbstregulation in hitzigen und stressigen Situationen. Vor allem in Konflikt- oder Kritikgesprächen steigt der Stresspegel gerne in Bereiche, in denen sich unser „Denkendes Gehirn“ unwohl fühlt und nicht mehr lösungsorientiert arbeitet, sondern in den Kampf- oder Fluchtmodus verfällt. Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, sind Selbstregulationsübungen eine gute Möglichkeit. In dieser Folge stelle ich dir die 3-5 Atemübung, die 4×4 Atmung und die 5-4-3-2-1 Methode vor. Du bist herzlich eingeladen, diese Übungen direkt auszuprobieren und zu schauen, welche Übung sich für dich am praktischsten und effektivsten anfühlt.
In dieser Podcastfolge geht es darum, wie du dich und andere beruhigst und mehr Leichtigkeit in Konflikt-/ oder Kritikgesprächen gewinnst.
In unserem Gehirn reagieren die beiden Mandelkerne (Amygdale) auf Bedrohung ähnlich wie das beschriebene Reh – nämlich sofort. Die Amygdale sind unsere Alarmanlage, mit Sitz im emotionalen Gehirn, und nehmen grundsätzlich keine ausgiebige Analyse der Situation auf kognitiver Ebene vor. Vielmehr reagiert die Amygdala sehr schnell auf bestimmte Umgebungsmerkmale, akustische Reize oder auch gestische und mimische Informationen. Porges nennt diesen Prozess „Neurozeption”. Entscheidet die Amygdala, eine Gefahr erkannt zu haben, wird unser Körper umgehend in Alarmbereitschaft versetzt. Die körpereigenen Kampf- oder Flucht-Hormone werden aktiviert und unser „denkendes Gehirn” dabei übergangen. So ist sichergestellt, dass wir schnellstmöglich reagieren, ohne wertvolle Zeit zu verlieren. Und genau diese Reaktion können wir in Konfliktgesprächen nicht gebrauchen, wenn wir konstruktive Lösungen miteinander erarbeiten möchten. Worauf du achten solltest, das erfährst du in der aktuellen Podcastfolge:
In dieser Podcastfolge gehe ich einer viel und heftig diskutierten Zuschreibung mit dem Ansatz einer verstehensorientierten und professionellen Haltung aus der Konfliktklärung auf den Grund. Dabei möchte ich die Würdigung individueller Schutzstrategien hochhalten. Ein Mensch, der einen anderen Menschen als Arschloch versteht, das nie aufhören wird, sorgt damit für die notwendige Distanzierung und erfüllt sein eigenes Schutzbedürfnis. Es geht mir also nicht darum, Verhaltensweisen in richtig und falsch einzuteilen. Vielmehr geht es mir um die Sehnsucht, mit allen Menschen in Verbindung treten zu können, sofern wir uns darauf einlassen wollen und können. Abhängigkeitsverhältnisse, in denen wir einem gewalttätigen Gegenüber ausgeliefert sind, bedürfen vor allem des individuellen Schutzes. Wenn ich dieses Thema anspreche, dann von einem neutralen, nicht verletzten Standpunkt aus. Als neutrale Person, die Konflikte begleiten und zur Klärung beitragen möchte. Verständnis auf beiden Seiten zu ermöglichen, ist eines meiner wichtigsten Anliegen. Auch wenn das Verstehen im ersten Moment noch keine Lösung bringt, so ist es doch ein Teil der Lösung für ein respektvolleres Miteinander, aus dem sich mit der Zeit konkrete Lösungen entwickeln können. Einem Menschen ohne Verständnis zu begegnen, führt hingegen zu einer Verhärtung der „Fronten“. Mir geht es um den Ansatz: Verstehen bedeutet nicht einverstanden sein. Mit diesem Ansatz haben wir die Chance, hinter einem vermeintlichen Arschloch den Menschen mit seinen Erfahrungen und Bedürfnissen zu sehen und einen Raum zu öffnen, in dem verletzendes Verhalten abgelehnt und Lösungen gestaltet werden können, die das Zusammenleben wieder friedlicher und schöner machen.
Kurz: Ich lehne dein verletzendes Verhalten ab und bleibe gleichzeitig offen für deine unerfüllten Bedürfnisse. Lass uns gemeinsam schauen, wie du dir deine Bedürfnisse verletzungsfrei erfüllen kannst.
Hör dir gerne meine Sicht dazu in dieser Podcastfolge an:
In dieser Folge erfährst du, wieso Bedürfnisse niemals im Konflikt miteinander stehen können. Wie eine gute Abstimmung Konflikte verhindern kann. Was unsere Gedanken mit Konflikten zutun haben. Warum Beziehung ein Schlüssel in Konflikten ist und weshalb die Schuldfrage Ansicht schon eine Konfliktursache darstellt.
Nach 9 Podcastfolgen ist es nun Zeit für einen Rückblick und eine Zusammenfassung aller Bausteine aus den letzten Episoden. Ich wünsche dir viel Spaß beim Anhören und Ausprobieren in deinem Alltag. Wenn du tiefer in die Kunst der Konfliktklärung eintauchen möchtest, dann empfehle ich dir meine Weiterbildung „Konfliktlöser:in – Mentor:in für Konfliktmanagement“ findest du unter: www.sozialundstark.com/konfliktloeserin
Ich stelle dir unser Konflikthaus vor. Gemeinsam mit Kathrin Hohmann habe ich ein Modell entwickelt, das Konfliktklärungen leichter macht. Das Modell navigiert dich Schritt für Schritt durch Konflikträume bis zu einer konstruktiven Konfliktlösung. Dabei kannst du deine individuellen Fähigkeiten und Methoden in dem Konflikthaus einbringen, um authentisch, beziehungsstärkend und sicher in Konflikten zu agieren. Wichtig ist, dass du die Konflikträume sowohl für dich als auch für dein Gegenüber mitdenkst und darauf achtest, dass alle Beteiligten sich in den einzelnen Räumen wohl fühlen.
Wenn du konkrete Ideen und Übung im Konfliktmanagement suchst, dann lade ich dich herzlich in meine Weiterbildung „Konfliktlöser:in – Mentor:in für Konfliktmanagement“ ein. Aktuell sind im September noch wenige Plätze frei. Die Weiterbildung findest du unter: www.sozialundstark.com/konfliktloeserin
Jeder Vorwurf ist immer auch eine Selbstoffenbarung.
In der aktuellen Podcast-Episode zeige ich dir, wie du mit einfachen Fragen einen Vorwurf auf das Wesentliche reduzieren und damit entschärfen kannst. In jedem Vorwurf stecken auch unausgesprochene oder unerfüllte Bedürfnisse, die einem Konflikt wieder Substanz für die weitere Lösungsverhandlung geben. Dabei ist es wichtig, dass wir hinter den Worten den Blick für das Schöne in allen Menschen bewahren und auch in stressigen Situationen in der Lage sind, Bedürfnisse zu hören. Viel Spaß mit der aktuellen 10-minütigen Podcast-Episode.
Eine gelungene Kritik will nicht zerstören oder abwerten, sondern verfolgt die Absicht, das Miteinander wieder schöner zu machen.
In dieser Folge bekommst du einen Einblick in 3 mögliche Kritikformulierungen, mit denen du dein Gegenüber rücksichtsvoll und wirksam kritisieren kannst. Als Grundlage dienen hier Kritikformulierungen aus der Gewaltfreien Kommunikation und dem Systemischen Aggression-Management
Dabei verwende ich ein alltägliches Konfliktbeispiel, das mit Hilfe gelungener Kritik gelöst werden konnte.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Hören und viel Erfolg für deine nächste Kritik.
In Modul 7 meiner Weiterbildung „Konfliktlöser:in – Mentor:in für Konfliktmanagement“ werden wir uns noch tiefer mit den Möglichkeiten und Wirkweisen gelungener Kritik auseinandersetzen. Wenn du tiefer in die Kunst guter Kritik und einem wirksamen Konfliktmanagement eintauchen willst, dann schau mal hier: www.sozialundstark.com/konfliktloeserin