Das Konflikthaus - die 5 Räume der Klärung

Konflikte wirken oft wie ein unübersichtliches Durcheinander aus Vorwürfen, Gefühlen und Missverständnissen. Das Konflikthaus bringt Ordnung hinein. Fünf Räume zeigen dir, wo ein Konflikt gerade steht und was jetzt der nächste hilfreiche Schritt ist. Entwickelt habe ich das Modell gemeinsam mit Kathrin Hohmann. Es verbindet unterschiedliche Klärungsansätze, die wir in über 20 Jahren praktisch erprobt haben. Das Buch zum Konflikthaus erscheint Ende 2026 im Edition Claus Verlag.

Ein Konflikt ist immer auf des Messers Schneide: er kann auf einer Eskalationstreppe nach unten „gemeinsam in den Abgrund“ führen, wie Friedrich Glasl das pointiert ausdrückt. Oder aber, er kann auf einer Himmelsleiter nach oben führen, wo der ehrliche und zugleich respektvolle Dialog die Wahrheit zu zweit beginnen lässt und wo die Reibungshitze sogar Wärme in die Beziehung trägt. Ob es nach oben oder nach unten geht, das hängt nicht zuletzt von der Haltung und der Kompetenz der Streitenden ab. (...) Kathrin Hohmann und Hergen Sasse laden uns ein, ihr Konflikthaus mit fünf Zimmern der Klärung zu besichtigen. Das scheint mir überaus aussichtsreich zu sein, denn es wartet in jedem Zimmer nicht nur eine „kommunikative Ideenkiste“ auf uns, sondern wir werden auch angestiftet, unsere inneren Voraussetzungen für gelingende Klärung kennenzulernen und zu erweitern.

Warum ein Haus?

Weil Klärung Struktur braucht. In einem Haus betrittst du Räume nacheinander und genauso ist es im Konflikt: Du kannst nicht „fair-handeln“, wenn die Beziehung zerrüttet ist. Du kannst nicht zuhören und verstehen, wenn im Miteinander keine Sicherheit besteht. Das Konflikthaus zeigt dir, welcher Raum zuerst dran ist. Denn die meisten Konflikte eskalieren nicht, weil Menschen unwillig oder böswillig sind. Sie eskalieren, weil im falschen Raum begonnen wird.

Die fünf Räume im Überblick

Raum 1: Beziehung

Das Fundament des Hauses. Ohne Beziehung gibt es keine Klärung. In diesem Raum geht es darum, den anderen wieder als Menschen zu sehen und nicht als Problem, das gelöst werden muss. Das klingt einfach, ist es aber nicht, gerade dann, wenn wir uns über jemanden geärgert haben. Es braucht einen Moment der Zuwendung, einen einladenden Kontaktmoment, in dem sich entscheidet, ob ein konstruktives Miteinander möglich wird. 

 

Die Leitfrage lautet: „Ist mein Herz geöffnet für dich?“

Raum 2: Sicherheit

Wer sich unsicher oder bedroht fühlt, wird sich nicht öffnen. Deshalb folgt auf den Beziehungsmoment ein Raum der Sicherheit, in dem gesagt werden darf, was uns bewegt – ohne Angst vor Be- und Abwertungen haben zu müssen. Sicherheit ist keine Stimmung, die einfach da ist oder eben nicht. Sie entsteht aktiv im Miteinander, und meistens beginnt sie damit, dass einer vorangeht.

 

Die Leitfrage lautet: „Was brauche ich und was braucht mein Gegenüber, um sich sicher zu fühlen?“

Raum 3: Hinhören & verstehen

Jetzt schauen wir unter die Oberfläche von Verhalten und Aussagen. Unter jedem Verhalten liegen Beweggründe, Gefühle, Bedürfnisse und Prägungen, und wer sie entdeckt, hat die Möglichkeit zu verstehen. Dabei bedeutet Verstehen keineswegs einverstanden zu sein. Aus diesem Verstehen wächst eine Wahrheit, die keinem allein gehört. Friedrich Nietzsche hat es so gesagt: „Die Wahrheit beginnt zu zweit.“

 

Die Leitfrage lautet: „Was verbirgt sich hinter den Aussagen?“

 

Raum 4: Fair-Handeln

Das Wortspiel „Fair-Handeln“ beschreibt den fairen Aushandlungsprozess, in dem die Bedürfnisse aller vom Konflikt Betroffenen berücksichtigt werden. Es basiert auf Rücksicht und Achtung füreinander. Durch gemeinsame Verantwortung im kooperativen Aushandlungsprozess entstehen faire Handlungen und gestärkte Beziehungen.

 

Leitsatz: „Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet.“ – Margot Friedländer

Raum 5: Schutz

Manchmal scheitern Klärungsversuche. Wenn Menschen andere verletzen oder gefährden, braucht es klare Grenzen und Menschen, die schützend eingreifen. Schutz ist dabei keine Strafe, sondern übernommene Schutzverantwortung, die sich zeigt in Zivilcourage, in Fürsorgepflicht, in der Umsetzung von Schutzkonzepten. Nicht über alles lässt sich in jedem Moment sprechen. Manchmal braucht es Handeln statt Reden. Denn die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo sie andere verletzt, und genau dort beginnt die Not-Wendigkeit von Schutz. Diese Notwendigkeit endet, sobald das verletzende Verhalten endet und genau hier beginnt das Haus von vorne – über die Beziehung bis hin zum Fair-Handeln.

 

Der Leitsatz lautet: „Macht dient dem Schutz, nicht dem Vorteil.“

So arbeitest du mit dem Konflikthaus

In Kita, Schule, Eingliederungs- und Jugendhilfe

Konflikte mit Kindern, Eltern und im Kollegium strukturiert klären. Das Konflikthaus ist die Grundlage aller meiner Fortbildungen. Hier geht es zu den Fortbildungen.

Im Team und Unternehmen

Vom schwelenden Dauerkonflikt zur tragfähigen Vereinbarung. Die fünf Räume geben Klärungsgesprächen einen sicheren Rahmen. Angebote für Unternehmen.

Als Trainer:in und Berater:in

In der Ausbildung zum:zur Konflikttrainer:in lernst du, mit dem Konflikthaus eigene Seminare und Klärungen zu gestalten. Hier geht es zu den Ausbildungsmöglichkeiten.

Das Buch zum Konflikthaus erscheint Ende 2026

Das Konflikthaus bekommt sein eigenes Buch: Ende 2026 erscheint es im Edition Claus Verlag. Darin führen wir dich durch alle fünf Räume, mit Praxisbeispielen, Übungen und allem, was du für künftige Konfliktklärungen brauchst. Du möchtest den Erscheinungstermin nicht verpassen? Dann trag dich in meinen Newsletter ein, dort erfährst du es zuerst.

Bring das Konflikthaus in dein Team

Ob Fortbildung, Vortrag oder Ausbildung: Im kostenfreien Erstgespräch finden wir das passende Format.

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